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Vom 09.09.2017

Wie sich Zahnpflege auf unsere Gesundheit auswirkt


Ein strahlend weißes Lachen gilt bei Menschen als Schönheitsideal. Mit einem gesunden und kräftigen Gebiss verbinden Menschen daher einen widerstandsfähigen, attraktiven Körper. Trotz der bekannten Gefährlichkeit von süßen Speisen, vernachlässigen viele Menschen ihre Zahnpflege. Vor allem Männer im höheren Alter tendieren zu einer unregelmäßigen Mundhygiene. Moderne Lifestyle und der Trend zur Mahlzeit für zwischendurch bescheren Zahnärzten einen regen Zulauf. Dieser diagnostiziert unterschiedliche Erkrankungen wie Karies, Parodontose, Zahnsteinbefall oder akute Zahnfleischentzündungen. Allerdings bleiben Folgeschäden nicht nur auf das Gebiss beschränkt. Erkenntnisse aus der Forschung deuten darauf hin, dass sich Zusammenhänge zwischen schweren Grunderkrankungen im Herz-Kreislaufsystem erkennen lassen. Schlaganfall und Herzinfarkte als ultimative Folge eines schlecht geschützten Einfallstores im Mund setzen somit die statistische Lebenserwartung von Patienten massiv herab. Regelmäßig die Zähne zu putzen, Termine in der Zahnarztpraxis zur Kontrolle und Prophylaxe im privaten Bereich helfen, der potenziellen Gesundheitsbedrohung Herr zu werden.

 

Typische Erkrankungen an Zähnen und Zahnhalteapparat

Karies ist eine infektiöse Erkrankung an einzelnen oder mehreren Zähnen. Durch einen geschwächten Zahnschmelz, ungünstige Ernährung und fehlende Zahnpflege fressen Bakterien sich bis tief in das Zahninnere vor. Im gesunden Zustand blockiert der äußert harte Zahnschmelz wirkungsvoll eine Invasion von gefährlichen Eindringlingen. Kohlenhydratreiches Essen regt die natürlich vorkommenden Bakterien im Mund zur Vervielfältigung an. Diese dienen zur Vorverdauung des Essens und sind somit fester Bestandteil der Mundflora. Aber auch pathogene (krankmachende) Keime befinden sich darunter. Bei der Verstoffwechselung von zuckerhaltigen Nahrungsmitteln breiten diese sich aus und erzeugen als Abfallprodukt säurehaltige Ausscheidungen. Anfangs entstehen Zahnbeläge in einer weislich zähen Konsistenz, die als Nährboden für Keime dienen. Rückstände aus Nahrungsmitteln, Bakterien und Speichel verfestigen sich im Lauf der Zeit zu hartem, schwer zu entfernendem Zahnstein. Als Konsequenz der Besiedlung wird der Zahnschmelz angegriffen, entmineralisiert und weich. Eine mangelnde Zahnhygiene und zu viele Snacks zwischen den festen Mahlzeiten erzeugen dauerhaft ein saures und für schädliche Mikroben attraktives Lebensumfeld. Erste Anzeichen in Form eines hellen weißen Flecks weisen auf beginnenden Karies hin. Im späteren Verlauf nehmen die Löcher einen dunkleren, braunen Farbton an. Fortgeschrittener Karies verursacht starke Schmerzen an der Zahnwurzel und Keime gelangen auf direktem Wege in die Blutbahn. Hohe Berührungsempfindlichkeit an betroffenen Zähnen Schwellungen sowie allgemeines Krankheitsgefühl sind die Folge. Kariesbakterien können durch direkten oder indirekten Kontakt mit dem Speichel eines infizierten Menschen übertragen werden. Deshalb gilt diese Erkrankung als ansteckend. Es besteht die Möglichkeit, das Eltern etwa durch die Nutzung gemeinsamen Besteckes Keime an ihren jungen Nachwuchs weitergeben.

 

Parodontitis gilt als chronisch entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates. In fortschreitendem Stadium droht ein Rückgang des Kieferknochens und Lockerung einzelner oder mehrerer Zähne. Als endgültige Konsequenz folgt der Ausfall des betroffenen Zahnes. Ursache liegt in erster Linie in einer mangelnden Mundhygiene begründet. Ähnlich wie bei Karies spielt Plaque eine tragende Rolle bei der Entstehung einer Zahnfleischentzündung. Die von Bakterien ausgeschiedenen Gifte reizen das Zahnfleisch und lassen es gerötet sowie geschwollen erscheinen. In starken Fällen besteht eine erhöhte Neigung zu Blutungen und Druckempfindlichkeit. Durch die Schwellung schließt das Zahnfleisch nicht mehr optimal an der Zahnoberfläche ab. Bakterien wandern durch diese Lücken bis zur Zahnwurzel und setzen sich dauerhaft unter halb der eigentlich sonst schützenden Zahnfleischschicht fest. Herkömmlich die Zähne zu putzen, kann diese gut isolierte Ansammlung von Keimen nicht länger gefährden. Durch die nun ständig wiederkehrenden Entzündungen besteht die Wahrscheinlichkeit einer fortlaufenden Parodontitis. Typische Merkmale sind über Jahre hinweg sichtbar zurückgehendes Zahnfleisch sowie die Ausbildung von tiefen Zahnfleischtaschen. Breitet sich der Entzündungsherd auf umliegendes Gewebe aus, werden nach und nach freiliegende Zahnhälse (Dentin) sichtbar. Durch den verringerten Halt verschieben sich Zähne in eine schiefe, teilweise überlagernde Stellung. Eine rechtzeitige Behandlung durch den Zahnarzt mit einer Zahnfleischtaschenreinigung kann diesen Prozess nahezu vollkommen eindämmen.

 

Gefahren bleiben nicht auf Zähne und Zahnfleisch begrenzt

Neben Schmerzen, Blutungen, Lockerung und ästhetisch unerwünschten Veränderungen wirken sich lang anhaltende Erkrankungen am Zahnhalteapparat auch auf die allgemeine, körperliche Gesundheit aus. Erreger bei Parodontitis sowie Karies gelangen in den Blutkreislauf und können sich theoretisch an jeder Stelle im menschlichen Körper ansiedeln. Entzündungen und Ablagerungen innerhalb der Blutgefäße sorgen für gefährliche Engpässe. Als Folge steigt die Gefahr bei betroffenen Personen an Herz-Kreislaufproblemen zu leiden. Laut einer statistischen Untersuchung schwedischer Forscher im Jahre 2011 liegt eine 70 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit für Herzinfarkt, Herzschwäche oder Schlaganfällen bei starker Parodontitis im direkten Vergleich zu völlig gesunden Menschen vor. Veränderungen der Herzkranzgefäße, des Herzmuskels oder Klappen stehen möglicherweise damit in Zusammenhang. Einen eindeutiger, wissenschaftlicher Beweis für die exakten Abläufe bleibt jedoch vorerst noch offen. Dennoch ist davon auszugehen: Ein ungeschütztes Einfallstor auch bei nur mäßigen Schmerzen und Entzündungen schwächt die Körperabwehr. Andere Krankheitserreger im Körper ermöglicht diese Situation, sich ausreichend zu vermehren und aktiv zu werden. Paradox: Dank einer verbesserten Kariesbekämpfung stieg in den Industriestaaten zugleich die Anzahl von Paradontitisfällen an. Grund hierfür ist die hohe Überlebensquote der natürlichen Zähne, die im höheren Alter ab 50 Jahren für eine stärkere Anfälligkeit bei Zahnfleischproblemen sorgen.

 

Welche Umstände begünstigen Karies, Zahnstein & Parodontitis?

Intensiver Konsum von Zigaretten oder Alkohol begünstigt eine Verschlechterung der Mundflora. Raucher verfügen aufgrund diverser Inhaltsstoffe im Tabak eine stark reduzierte Durchblutung. Die Speichelproduktion nimmt spürbar ab. Ohne einen optimal funktionierenden Selbstreinigungsmechanismus erleichtert dies Schädlingen und Essensresten, sich deutlich rascher festzusetzen. Zusätzliche Faktoren für Infektionen in der Mundhöhle mit Beteiligung der Zähne sind Stress, ein Mangel an Magnesium wie Calcium und generell zu wenig Trinken nach der Einnahme von Mahlzeiten. Besonders süße und klebrige Nahrungsmittel beeinflussen das Milieu in der Mundhöhle negativ und liefern eine solide Nahrungsquelle für Bakterien. Limonaden, Schokolade,  Eis oder Zucker gelten als bekannte Vertreter dieser Art. Aber auch vermeintlich gesunde Fruchtsäfte enthalten als Nektar Beimengungen reinen Industriezuckers oder besitzen wie der Traubensaft selbst ein eigenes, beachtliches Reservoir. Salate mit zu saurem Dressing greifen den Zahnschmelz ebenfalls an. Babys und Kleinkinder sollten daher niemals Fläschchen zum Dauernuckeln bekommen. Ungesüßte Getränke wie reines Wasser oder Tees sind zu generell bevorzugen. Auch eine kurzfristig schlechte Zahnpflege bereitet den Nährboden für eine kontinuierliche Verschlechterung der Zähne. Ein Besuch in der Zahnarztpraxis verschafft gegen hartnäckige Ablagerungen Abhilfe. Der Arzt entfernt den stark verhärteten Zahnstein mit einem Werkzeug. Erhöhte Neigung zu Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) besteht bei Menschen mit der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus. Deren Immunsystem gilt als angeschlagen und kann Keime daher nicht effizient bekämpfen. Extrem selten kommt es in Industrieländern zu einer Unterversorgung an Vitamin C, auch als Skorbut bezeichnet. Eine typische Mangelerscheinung sind intensives Zahnfleischbluten und der Rückgang des Zahnhalteapparates.

 

Prophylaxe vor Erkrankungen von Karies und Parodontitis

Eine gesunde Mundflora schränkt die Aktivität von schädlichen Bakterien erheblich ein. Ohne geeignete Umweltbedingungen bleibt deren Einfluss auf die Zahngesundheit kontinuierlich herabgesetzt. Abseits der gründlichen Reinigung mit Zahnbürste und Zahncreme stehen für den privaten Haushalt weitere Mittel zur Verfügung. Zahnfplegekaugummis neutralisieren den pH-Wert in der Mundhöhle durch ihren Gehalt an basischen Mineralsalzen. Zudem werden die zuckerfreien Produkte unter anderem durch Birkenrindenzucker Xylit gesüßt. Kariesbakterien sind nicht in der Lage, diesen zu verstoffwechseln. Die ständige Kaubewegung regt zudem den Speichelfluss sowie die Durchblutung im Mund an und fördert dadurch die natürliche Selbstreinigung. Milchsäurebakterien in der Muttermilch oder alltäglichen Nahrungsmitteln wie Naturjoghurt ohne Zuckerzusatz bremsen die Entwicklung von Bakterien in der Mundhöhle. Einen ähnlichen Effekt erzielen auch ätherische Öle wie Teebaumöl oder Schwarztee. Beide, Teebaumöl stark verdünnt, dienen als natürliche Mundspülung und Hemmen die Ausbreitung pathogener Keime.

Zahnseide und sehr dünne Bürsten speziell für Zahnzwischenräume entfernen Plaque und Essensreste auch in schlecht zugänglichen Regionen. Der Bestand von unerwünschten Erregern in der gesamten Mundhöhle lässt sich mit der Hilfe von antibakterieller Mundspülung zusätzlich eindämmen. Beläge sind nicht nur auf den Zähnen anzutreffen, sondern auch auf dem Zahnfleisch und der Zunge. Eine sanfte, massierende Bewegung mit der Zahnbürste befreit diese Zonen von dem Biofilm. In den meisten Fällen ist eine verunreinigte Zunge Grund für ausgeprägten Mundgeruch. Eine Zungenschaber erleichtert die Hygienemaßnahmen und sorgt für eine gründlichere Reinigung von Rückständen. Als deutlich effektiver im Vergleich zu gewöhnlichen Handzahnbürsten gelten deren elektrische Äquivalente. Diese arbeiten in der Regel präziser und entfernen deutlich mehr Plaque vor allem in kritischen Übergangsbereichen zum Zahnfleisch und den Zwischenräumen. Allerdings besteht Gefahr übermäßiger Abrasion, dem Abrieb der Zähne, durch unsachgemäßen Gebrauch. Alternativ dient eine Einbüschelzahnbürste einem spürbar schonenderen Vorgehen. Mitentscheidend ist auch der richtige Zeitpunkt, um die Zähne zu putzen. Eine Wartezeit von mindestens einer halben Stunde nach Einnahme der letzten Mahlzeit gilt als absolut notwendig. In diesem Zeitraum regeneriert sich der pH-Wert im Mund und der Zahnschmelz verfestigt sich. Vorzeitiges putzen wäscht unnötig wertvolle Mineralien aus der Zahnsubstanz heraus und schwächt sie als Folge langfristig. Das Trinken klaren Mineralwassers beschleunigt den Prozess der Regeneration und spült hängengebliebene Essensreste weg. Im Gegensatz zu Erwachsenen (1500 ppm) benötigen Kleinkinder bis sechs Jahre Zahnpasta mit nur 500 ppm Fluorid. Der Griff zur Zahnbürste sollte mindestens zweimal morgens und abends nach den Mahlzeiten erfolgen. Durch die Zunahme einer antibakteriellen Mundspülung wird der Reinigungsprozess unterstützt. Auch eine korrekte Putztechnik trägt zu einer gelungenen Mundhygiene bei. Leicht rüttelnde, präzise Bewegungen mit einer möglichst weichen Zahnbürste anstelle von schnellem, kraftvollem Schrubben verbessern die Resultate und vermeiden Verletzungen am Zahnfleisch. Allerdings reicht nicht immer gewissenhaftes Zähneputzen aus. Eine chaotische Gebissanatomie mit schiefen und überlagerten Zähnen bieten jede Menge Schlupfwinkel für Bakterien und verwundbare Angriffspunkte. Eine Korrektur durch den Kieferorthopäden sorgt für bessere Ausgangsbasis bei der Zahnpflege. Jährliche Kontrollen durch den Zahnarzt ersticken zudem entstehende Entzündungsherde bereits im Keim. Allerdings bleibt eine erfolgreiche Therapie stets von der Mitarbeit der Patienten abhängig. Die Ratschläge des Arztes sind dauerhaft im privaten Umfeld umzusetzen.

 

Fachartikel in Auftrag gegeben von Gesundheits-Campus.de – die Arztsuche für gesundheitsorientierte Menschen

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